Herren 1: Nur ein Tor macht den Unterschied

Am vergangenen, verschneiten Sonntag trafen sich die Herren 1 wieder einmal zu einer Meisterschaftsrunde. Diesmal war die Anreise sehr kurz, ging es doch in die etwas unbequeme Halle in Rehetobel. Vor der Halle wurde zuerst mal ein Parkplatz gesucht, denn es schien als ob im Appenzellerland die Parkplatzmarkierungen nur als Empfehlungen gelten würden. Vorbildlich eingeparkt, ging es dann in die Halle. Das Parkett ist bei allen Spielern nicht gerade beliebt, die engen Platzverhältnisse machten die Vorfreude nicht gerade grösser. Einzig Torhüter Malgaroli freute sich, wenn es besser rutscht, dann braucht es weniger Kraft im Tor – die Sprüche zum Faulpelz waren dann natürlich gerechtfertigt.

Anschliessend wurde in der Umkleidekabine nach einem Platz gesucht. Der Raum, maximal 3 auf 3 Meter und mit subtropischen Klima, lud definitiv nicht zum Verweilen ein. Kurz umgezogen und dann ab in die dafür umso pompösere Eingangshalle. Schon bald war Einspielen angesagt und dann ging es schon bald ans Eingemachte, als Gegner wartete Pfannenstiel Egg – leckere Sache direkt nach dem Mittag.

UHC Jonschwil Vipers 6:7 Pfannenstiel Egg IV
Rein ins Spiel, gestartet wurde aber eher langsam. Auf beiden Seiten waren die Torhüter auf ihren Posten, so blieb es lange beim 0:0. Dann ging es aber los, für die Vipers eher nach hinten. Uno, dos, tres und schon steht es 0:3 für die Pfannenstieler aus Egg. Dabei spielten die Vipers nicht einmal so schlecht, jedoch war man in der Defensive immer einen Schritt zu spät und das wurde, zurecht, bestraft. Vorne ging dafür herzlich wenig, die Spielzüge klappten ganz gut aber sobald das gegnerische Tor näherkam, war von Treffsicherheit oder Kaltblütigkeit nicht mehr viel zu spüren. Plus stand da noch ein gut reagierender Schlussmann zwischen den Pfosten. Nach einigem Gewürge und sicherlich 10minütiger Torimpotenz auf Seiten der Vipers, erlöste M. Hasler dann endlich die Jonschwiler und schrieb die 1 aufs Scoreboard. Schien die Egger aber nicht gross zu interessieren, diese reagierten dann einfach mit dem vierten Tor Ihrerseits. So einfach kann es sein. Glücklicherweise war nach dem ersten Tor dann auch das Visier der Vipers eingestellt und dies konnte nun endlich auch gezeigt werden. «Ich-wäre-eigentlich-lieber-auf-der-Piste»-Alpert slalomte durch die Abwehr der Zürcher und traf auf Pass von K. Gämperli zum zweiten Mal für Jonschwil. Dies schien dann M. Ammann anzutreiben, der griff in seine Trickkiste und vollführte wieder einmal seine Spezialdisziplin. Gewaltvoll aber auch gezielt mit der Backhand traf er zum Anschlusstreffer ins Tor. Diese tolle Phase der Vipers konnte kaum gestoppt werden, ausser man hat ein neonfarbenes Shirt an und immer wieder mal eine Pfeife im Mund – der Schiri pfiff zur Pause, bei 3:4 aus Sicht der Vipers.

So traf man sich zum Pausentee und führte Kriegsrat, wie die erste Hälfte wiedergutgemacht werden kann. Vorne effektiver, hinten konzentrierter. Definitiv mal ein Versuch wert. Die Unterstützung zur Aufholjagd wurde dann ebenfalls geboten, als die Egger sich eine zweiminütige Auszeit einhandelten. Der Vorteil eines Spielers mehr wurde dann auch direkt genutzt, Alpert auf Hasler und der versorgte die Kugel da wo Sie hingehört – Ausgleich! So erlebten die Vipers gleich nochmals eine tolle Phase und diese wurde dann direkt fortgeführt. Die beiden Jüngsten, im allgemein heute jungen Team, wollten auch noch auf sich aufmerksam machen. Vor knapp einem Jahr stand er noch an Stöcken in der Halle, diesmal hatte J. Lüthi nur einen Stock dabei und diesen nutze er um die Vipers das erste Mal in Führung zu bringen. Anschliessend folgte der Auftritt von Siebenschläfer J. Brändle, der auch bei Nachmittagsspielen noch aus dem Bett geklingelt werden muss und dieser erhöhte gleich auf 6:4 für die Vipers. Von einem 0:3 zu einem 6:4, die Moral war definitiv am rechten Fleck. Die Vorgabe hinten konzentrierter zu sein, wurde von allen übernommen, nur einer tanzte kurz aus der Reihe. Leider war ich das und als letzter Mann, hat das immer Konsequenzen. So rutschte der Schuss leider durch und wurde zum Anschlusstreffer für die Pfannenstieler. Ob dies die Vipers aus dem Konzept gebracht hatte oder die Egger durch den Anschlusstreffer nochmals Lunte rochen, das Unheil nahm seinen Lauf. Erste Tranche davon, der Ausgleich zum 6:6, doch damit nicht genug, kurz vor Schluss mussten die Vipers auch noch den Treffer zum 6:7 hinnehmen. Wie gewonnen, so zerronnen. So war klar, was folgen musste. Malgaroli verliess seine Position und wenn immer möglich, wurde er durch einen Spieler ersetzt. Dies brachte dem Egger Torwart zwar Dauerbeschuss ein, dieser und seine Vorderleute hielten aber das Resultat und so mussten die Vipers mit hängenden Köpfen vom Feld trotten.

In der zwei Spiele dauernden Pause musste unbedingt das Spiel aus den Köpfen gebracht werden. Einige dumme Sprüche und die Stimmung war wieder gut. Ist eben schon ein Vorteil, wenn der Grossteil des Teams gar nicht anders kann. Es folgte dann aber wieder der Ernst des Lebens, denn es musste noch ein Restaurant für das Abendessen ausgesucht werden. Einige Speisekarten hin und her geschickt, den Anruf für die Reservation gemacht und schon konnte es losgehen. Damit meine ich die Streamsuche auf irgendwelchen illegalen Websites um das Spiel des FCSG gegen Basel zu schauen, was nicht wirklich klappte. Gut, dass es dann schon bald selber wieder Anpfiff hiess.

UHC Jonschwil Vipers 6:5 UHC Mönchaltdorf
Im zweiten Spiel traf man auf den UHC Mönchaltdorf, dem man gerade noch vor der Weihnachtspause sehr knapp unterlag. Somit brannte man nicht nur auf die 2 Punkte, um den Tag doch noch gut abzuschliessen, sondern wollte sich auch revanchieren. Mit dieser Einstellung startete man ins Spiel. Die Mönchaltdorfer waren aber anscheinend interessierter an den Punkten als die Vipers. Denn diesen musste es vorkommen, wie wenn man einen schlechten Film zum zweiten Mal schaut. Aus diesem Grund lässt sich eigentlich der Anfang des Spiels ganz schnell zusammenfassen. Nach einem verkorksten Wechsel musste M. Stadler die Strafbank beehren und dies nutzen die Mönchaltdorfer für den ersten Treffer. Darauf folgte dann recht schnell der zweite und dritte Treffer. Wiederum standen die Vipers recht schnell mit 0:3 im Lauch. Ja doch, Lektion gelernt und so. So waren dann also wieder die Moralmonster aus Jonschwil gefragt. Den Startschuss legte J. Brändle mit einem Monster-Solo zum 1:3. Der Bann war gebrochen. Im ersten Spiel frassen die Vipers gleich wieder einen Treffer, diesmal wussten sie es besser. M. Hasler zog gleich nach und traf zum Anschlusstreffer. Die Vipers-Offensive war somit auch endlich im Spiel angekommen, was nun auch auf dem Scoreboard ersichtlich war. Die nächste Kostprobe folgte sogleich. Am Morgen stand er noch mit der Family auf den Skiern, am Nachmittag besorgte er den Ausgleich, Allrounder K. Gämperli traf zum Ausgleich. Das 3:3 war noch vor der Pause Tatsache, monstermässig!

Wiederum Halbzeit, wiederum waren die gleichen Gespräche das Thema, wie beim ersten Spiel. Dies hatte ja gut funktioniert und einer wollte die zweite Hälfte besser starten, als die Erste. So fand sich M. Stadler nicht auf der Strafbank, sondern am richtigen Ort um die Vorlage von D. Alpert einzunetzen. Wiederum wurde richtig perfekt in den zweiten Umgang gestartet. Doch ebenso wurde die Rechnung ohne den Gegner aus Mönchaltdorf gemacht, denn dieser wusste auch immer noch wo das Tor stand. Die Folge davon war der Ausgleich und so waren die Verhältnisse wieder ausgeglichen. Der Znacht war zwar schon organisiert, doch der Torhunger der Vipers zum Glück noch nicht gestillt. So tankte sich einmal mehr M. Hasler durch die gegnerischen Reihen und erhöhte für die Vipers auf 5:4. Nun sollte das doch eigentlich gegessen sein. Denkste, die Mönchaltdorfer schlugen gleich wieder zurück. Wie so oft, war das ein bekanntes Drehbuch. So stand es dann auch Unentschieden, als die Uhr nicht mehr viele Minuten vor Spielende anzeigte und die Vipers wollten ja schliesslich aus dem Horrorfilm noch einen Blockbuster machen. Also weiter in Richtung des Preises von 2 Punkten und tatsächlich, erhöhte J. Brändle nochmals kurz vor Schluss. Die Richtung stimmte also wieder! Weil es beim Unihockeyspiel aber in beide Richtungen geht, gaben die Zürcher noch nicht auf. Ein Konter des Gegners konnte dann nur noch mit unerlaubten Mitteln gestoppt werden, was dann den Schiri zu der bekannten Armbewegung mit dem X führte. Penalty gegen die Vipers, kurz vor Schluss. Im ersten Spiel der Vipers hatte ein Fehler Malgarolis die Niederlage eingeläutet, wie das Leben so spielt, hatte ich nun die Chance das wieder gerade zu biegen. Mann gegen Mann, Spieler gegen Torwart – Sieger blieb der Torwart! Malgaroli hielt den Penalty und auch die Führung der Vipers fest. Die restlichen Sekunden wurden dann mit Mann und Maus verteidigt und zwar erfolgreich. Es blieb beim knappen Vorsprung und dem Sieg der Jonschwiler.

Zwei sehr knappe Spiele, beide durch nur ein Tor entschieden. Einmal positiv für die Vipers, einmal negativ. Dies obwohl eigentlich beide Spiele hätten gewonnen werden müssen. Trotzdem ist hier die Moral der Truppe einmal mehr hervorzuheben, auch wenn diese gar nicht so nötig wäre, würde man nicht immer den Anfang verschlafen. Vielleicht hilft es uns, wenn der Anfahrtsweg weiter ist? Dies kann dann in der nächsten Runde getestet werden, wenn es für uns nach Davos geht.

Für die Vipers im Einsatz: D. Alpert, M. Ammann, J. Brändle, K. Gämperli, M. Hasler, J. Lüthi, M. Stadler, M. Malgaroli

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